Kompaktkamera oder kleine Systemkamera

Elektronik

Mittlerweile gibt es am Markt kleine Kompaktkameras (ohne wechselbares Objektiv), die
noch kleiner als kleine Systemkameras sind und auch über faszinierende
Zoommöglichkeiten verfügen. Aber wenn man genauer hinschaut, wird man häufig
feststellen, dass Kompaktkameras nur kleine Sensoren verbaut haben, was den
Qualitätsvorteil der Systemkamera (mit größerem Sensor) erklärt.

Kleine Systemkamera mit großem Sensor

In der Fotografie bedeutet ein größerer Sensor i.d.R. auch bessere Bildqualität und spricht
für eine Profi Kamera. In guten kleinen Systemkameras sind größere Sensoren als in
Premium-Kompaktkameras und auch größere Sensoren als in Smartphones verbaut, was
die bessere Bildqualität der kleinen Systemkameras erklärt. In den Urlaubs-
Kompaktkameras sind häufig 1/2,3“- oder noch kleinere 1/2,7“-Sensoren verbaut, was nicht
viel besser als eine Handy-Kamera ist. Kleine Systemkameras haben hingegen 4/3”
Sensoren oder APS-C Sensoren, was deutlich bessere Ergebnisse als bei einer
Kompaktkamera liefert.

Bei den kleinen Systemkameras bieten z.B. Olympus und Panasonic mit dem Micro-Four-
Thirds-System (4/3) vernünftige Qualität beim Bild.

Der Vorteil der kleinen Systemkamera
Kleine Systemkameras haben den Vorteil, dass sie günstiger sind als DSLR-Kameras und
so handlich sind, wie eine Kompaktkamera. Dennoch liefern sie aber wegen des größeren
Sensors bessere Bilder. Mittlerweile können Systemkameras von der Bildqualität auch mit
professionellen DSLR-Kameras mithalten. Die Technik wird immer besser und immer
kleiner.

Worauf sollte man beim Kauf kleiner Systemkameras achten?

a) Sensorgröße und Sensorqualität: Je größer der Sensor ist, desto besser die
Bildqualität. Die einzelnen Bildpunkte haben so ausreichend Platz, was zur besseren
Sichtbarkeit von Details führt. Auch das Bildrauschen reduziert mit größerem Sensor
deutlich. Beim Kauf daher nicht nur auf die Anzahl der Megapixel achten, sondern
auch auf die Größe des Bildsensors. Die meisten Systemkameras haben mittlerweile
einen APS-C-Sensor
b) Objektivsystem: Wenn Sie schon bestehende Objektive haben und
weiterverwenden wollen, müssen Sie darauf achten, dass es sich um das gleiche
System handelt. Mit Teleobjektiven können Sie dann besonders weit entfernte
Objekte nah heranholen, – während Weitwinkelobjekte vor allen Dingen für
Landschaftsaufnahmen und Architektur geeignet sind.
c) Lichtempfindlichkeit und Blitz: Je höher der ISO-Wert desto mehr gelingt eine
Aufnahme auch bei schlechten Lichtverhältnissen. Da hohe ISO-Werte aber auch zu
Bildrauschen führen, leidet darunter die Qualität. Zu hohe ISO-Werte bei der kleinen
Systemkamera sollten eher abschrecken. Sind die Lichtverhältnisse schlecht, blitzen
Sie halt.

d) Display-Qualität: Hier spart manch Hersteller: Gute Displays lassen sich auch bei
Sonnenlicht gut einsehen, andere eher nicht, was störend sein könnte. Manche
Displays lassen sich auch schwenken, was bei Selbstportraits sinnvoll sein kann.
e) Dateiformat: In welchem Format speichert die Kameras die Bilder ab? Das häufig
anzutreffende .jpg-Format ist zwar praktisch und komprimiert, lässt aber deutlich
weniger Bearbeitungsmöglichkeiten nach der Aufnahme zu. Profis arbeiten daher
lieber mit dem .raw-Format.
f) Akkulaufzeit: Die Akkulaufzeit ist entscheidend dafür, ob sie immer mit einem
zweiten Akku herumlaufen müssen oder der erste lange genug hält. Fragen Sie den
Verkäufer danach.
g) Speicherkarte: Hier haben sich SD-Karten durchgesetzt. Achten Sie darauf, dass
auch große und schnelle Speicherkarten verarbeitet werden können
h) Video mit Full HD: Wenn Ihnen das Erstellen von Videos wichtig ist, sollte die
Kamera auch über Video-Funktion mit Full HD Aufnahmen verfügen. Die Anzahl der
Bilder pro Sekunde sollte mindestens bei 24 bis 60 liegen. Je mehr desto besser –
allerdings frisst das auch Speicherplatz
i) Autofokus: Der Autofokus sorgt für automatische Schärfe Ihres Bildes. Kameras mit
sogenannten Kreuzsensoren oder einer Kombination von Kreuz- und Lichtsensoren
werden von Experten bevorzugt.

Nützliches Zubehör für kleine Systemkameras

Für kleine Systemkameras empfiehlt sich auch das passende Zubehör, z.B.:
● Tasche (meist gratis dabei)
● Stativ
● Gurt
● Blitz – sofern nicht in Kamera integriert
● Objektive – sofern nicht schon mitgekauft

Externes Mikrofon an Systemkamera anschließbar?

Im Zeitalter von Youtube und Influencern werden immer mehr Videos hergestellt, die im
Regelfall auch von Ton begleitet werden. Für solche Videos kann die Verwendung von
externen Mikrofonen nützlich sein, um z.B. größeren Abstand zwischen Kamera und Motiv
zu überbrücken. Dazu ist es allerdings erforderlich, dass die kleine Systemkamera
überhaupt über einen Anschluss für ein externes Mikrofon verfügt. Hierauf sollte man
achten, wenn man eine Karriere als Influencer anstrebt und sich nicht mit dem Smartphone
als Kamera zufriedengibt.

Was bedeutet der Crop-Faktor bei kleinen Systemkameras?

Bei kleinen Systemkameras sind ja häufig auch kleine Bildsensoren verarbeitet, um einmal
Platz zu sparen und zum anderen die Kamera kostengünstiger produzieren zu können.
Frühere Kleinbildkameras (die mit dem Film) hatten immer Negativgrößen von 36 x 24 mm.
Dieses bezeichnet man noch heute als Vollformat. Bei einer kleinen Systemkamera ist der
Chip nun kleiner als dieses Vollformat. Eine kleinere lichtempfindliche Fläche bewirkt, dass
nur ein kleinerer Bildausschnitt auch wirklich aufs Bild kommt – als wenn er beschnitten

wäre. Der sogenannte Crop-Faktor gibt nun an, um wieviel die Bilddiagonale im Verhältnis
zum Vollformat kleiner ist. Bei kleinen Systemkameras ist dies häufig ein Faktor von 1,6
Mit einer hochwertigen kleinen Systemkamera ist das aber völlig unkritisch. Der Crop-Faktor
verkleinert etwas den Bildausschnitt und somit auch den Bildwinkel. Ungefähr so, als wenn
man ein Objektiv mit einer längeren Brennweite einsetzt.

Das Gewicht der kleinen Systemkamera ist ein Vorteil

Während der große Bruder Spiegelreflexkamera mit Objektiv gerne mal auf ein Gewicht von
über 1 Kilogramm kommt, glänzen kleine Systemkameras mit Gewichten im Bereich von ca.
300 bis ca. 400 Gramm, z.B.:
1. Panasonic GX 800 mit nur 324 Gramm (28 mm f/5.0 (Panasonic 14))
2. Sony a5100 mit nur 352 Gramm (30 mm f/4.2 (Sony SEL 20))
3. Canon EOS M100 mit nur 407 Gramm (35 mm f/3.2(Canon EF-M 22))

Empfehlung für Anfänger: Systemkamera mit APS-C oder Micro-Four-Thirds-
Sensor

Anfängern sei zum Einstieg eine kleine Systemkamera mit einem APS-C oder Micro-Four-
Thirds-Sensor empfohlen. Diese Kameras sind preisgünstig zu haben und reißen kein allzu
großes Loch ins Haushaltsbudget. Das Preis-Leistungsverhältnis dieser empfohlenen
Kameras ist gerade für Anfänger günstig und doch machen die Kameras hervorragende
Fotos. Sobald man eine Reihe von Erfahrungen mit dem Fotografieren gesammelt hat, was
ja einige Zeit in Anspruch nimmt, kann man sich immer noch eine Vollformat-Kamera
kaufen, die einen Kleinbildformat-Sensor aufweist.

Wie groß sind eigentlich die unterschiedlichen Sensorgrößen

Wie oben schon erwähnt, ist das Vollformat beim Kleinbildsensor gegeben, der 3,6 cm x 2,4
cm aufweist. Übliche sind Sensoren wie folgt:
● Microsensor – 4/3: 1,73 cm x 1,3 cm
● APS-C Sensor (Canon): 2,22 cm x 1,48 cm
● APS-C Sensor (Nikon): 2,37 cm x 1,56 cm
● Vollformat: 3,6 cm x 2,4 cm
Je größer der Sensor, desto teurer auch in der Herstellung, weswegen man bei preiswerten
kleinen Systemkameras gerne kleinere Sensoren verbaut.
Wesentliche Vorteile einer kleinen Systemkamera
✔ Sehr gute Bildqualität
✔ Ausreichend guter Bildsensor
✔ Scharfstellung kann direkt auf Bildsensor erfolgen
✔ Gesichts- und Augenautofokus ggf. möglich
✔ Display-/Sucherbild entspricht tatsächlichem Foto
✔ Deutlich leichter als große Spiegelreflexkamera
✔ Hohe Serienbildraten möglich
✔ Lautloses Fotografieren möglich (z.B. bei Tieraufnahmen wichtig)

✔ Lichtstarke Wechselobjekte möglich
✔ Wenig Platzbedarf (außer man nimmt große Objektive mit)
Nachteile einer kompakten Systemkamera
Auch die Nachteile einer kompakten Systemkamera wollen wir nicht verschweigen:
o In dunkler Umgebung kann das Sucherbild schlecht werden
o Tiefenschärfe-Spielereien sind schwieriger
o Akkuverbrauch kann groß sein
o Manche empfinden kleinere Kameras als weniger ergonomisch

Letztendlich ist der Fotograf entscheidend

Letztendlich ist für die Qualität eines Bildes maßgeblich auch der Fotograf entscheidend. Ein
gut ausgebildeter Fotograf wird auch mit der kleinsten Systemkamera bessere Bilder fertigen
als ein Laie mit der teuersten Spiegelreflex-Kamera in groß. Kompromisse muss man bei
kleinen Sensoren in kleinen Systemkameras beim Spiel mit der Tiefenschärfe machen – das
gelingt merklich schlechter als bei großen Sensoren in großen Kameras. Mit kleinen
Systemkameras kann eigentlich jeder Fotograf auch ansprechende Bilder machen.

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